Stellungnahme zum Kommentar von Herrn Philip E. Fabian

Hallo Herr Fabian,

Vielen Dank für ihre Rückmeldung, die leider so kurz ausfällt. Unter vielen angesprochenen Punkten hat also die Tat von Safarov für sie Mehrwert. Gerne kommentieren wir dies noch einmal. Wir glauben, wir haben uns in unserem ersten Schreiben klar und deutlich ausgedrückt: Ja, Safarov hat den armenischen Offizier mit einer Axt ermordet, aber nicht „enthauptet“, Herr Fabian. Was soll diese Überspitzung sein? Waren sie bei der Tat dabei? Sie können und oder einfach nicht über den Tellerrand hinausschauen und orientieren sich ausschließlich an der fantasievollen Beschreibung, die die armenische Seite von Anfang an in westlichen Medien verbreitet hat. Versuchen sie für einen Augenblick in die Lage von Safarov hineinzuversetzen, dessen mehrere Familienangehörige und Verwandte im August 1993 von Armeniern umgebracht wurden. Seine Heimatstadt haben armenische Truppen verwüstet und annektiert. Diese Fakten hätten sie wenigstens mit einem einzigen Satz erwähnen können. Das wollten sie jedoch nicht. Damit nicht genug wird die Flagge seines Landes vom ermordeten Armenier mit Füßen getreten und er selber beleidigt. Wir können uns schwer vorstellen, dass ein derartiger Aufschrei in westlichen Medien auch gegeben hätte, wenn ein Aserbaidschaner von einem Armenier auf diese Weise getötet worden wäre. Trotz alledem betonen wir wiederholt: Wir als Team und Mitglieder von Alumniportal Aserbaidschan gehören zu denjenigen, die diese Tat NICHT GUTHEIßEN. Falls sie mit ihrem Vergleichsmuster so weit gegangen sind:  Warum haben sie nicht über das „Massaker von Chodschali“ berichtet? 613 unschuldige und unbewaffnete aserbaidschanische Zivilisten wurden am 26. Februar 1992 auf kaum vorstellbare Weise massakriert (ausgestochene Augen, abgeschlagene Hände und Beine, abgeschnittene Bäuche der Frauen etc.). Glauben sie uns nicht? Lesen sie die Berichte der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ oder die von „Human Rights Watch“. Einer der Beteiligten dieses Massakers Arkadi Ter-Tadewosjan gilt als Nationalheld in Armenien. Für ASALA-Terroristen hat man ein Denkmal in Jerewan gesetzt. Oder sagt ihnen das „Massaker von Garadaghli“ was? Lassen sie sich doch aus unabhängigen und nicht aus proarmenischen Quellen informieren, zu welchen Gräueltaten ihre armenischen Freunde fähig sind. Wo bleibt nun ihre Gerechtigkeit? 

Mit ihrem Artikel verfolgen sie eindeutig armenische Interessen und haben auf gezielte Desinformation gegen Aserbaidschan abgesehen. Die unten aufgeführten Punkte fordern wir ausdrücklich in ihrem Artikel zu überarbeiten:

  1. Falls von der Tat von Safarov die Rede ist, dann sollten sie auch auf das Trauma verbunden mit der Ermordung seiner Verwandten durch Armenier im Karabachkrieg eingehen, das „Massaker von Chodschali“ oder die Begnadigung und Verherrlichung des 8-fachen Flughafenmörders Varoujan Garabedian durch armenischen Staat erwähnen. 
  1. Armenier dürfen aufgrund der Annexion aserbaidschanischer Territorien und der damit verbundenen Abwesenheit diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht nach Aserbaidschan reisen. Das ist richtig! Das Gleiche gilt auch für Aserbaidschaner, deren Land in Armenien ähnlich wie die Türkei als größter Feind tituliert wird. Daher bitte objektiv bleiben und kurz darauf hinweisen, dass auch den Aserbaidschanern eine Einreise nach Armenien verwehrt wird. 
  1. Ein kleiner Auszug aus ihrem Text: „Aserbaidschan beansprucht Bergkarabach für sich“. Der Begriff „beansprucht“ ist eine vollkommen inakzeptable und provokative Formulierung, Herr Fabian. Noch einmal für ihre Augen: Bergkarabach gehört völkerrechtlichzu Aserbaidschan. Ihr Heimatland Deutschland bekennt sich unmissverständlich zum Prinzip der territorialen Integrität und bezeichnet Bergkarabach als aserbaidschanisch. Die Region wird also nicht „beansprucht“, sondern gehört der Republik Aserbaidschan, in die der „vorbildhafte“ CDU-Abgeordnete Albert Weiler vor einigen Jahren illegal, ohne die Zustimmung von Baku einreiste. 
  1. Ein weiterer Auszug lautet: „Und dennoch gratulierte Bundespräsident Steinmeier zum Tag der Republik“. Was soll denn das heißen? Auch ein Glückwunschtelegramm ist für sie verwerflich? Hätten sie sich etwas mehr über Aserbaidschan und seine Geschichte informiert, hätten sie schnell feststellen können, dass „Tag der Republik“ auf die Gründung der Demokratischen Republik Aserbaidschan am 28. Mai 1918, der ersten demokratischen Staatsformation im ganzen muslimischen Welt verweist, eine für ihre Zeit fortschrittlichste säkulare Republik, wo noch vor Deutschland, den USA, Großbritannien etc. das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. 

Was wir uns wünschen, sind keine Lobtiraden über unser Land, sondern die Differenziertheit und höchstmögliche Objektivität von ihnen, die Eigenschaften, die eigentlich „echte“ Journalisten besitzen sollten. Doch die wichtigsten Eindrücke, die man beim Durchlesen und genauer Analyse ihres Artikels gewinnt, sind: Erstens, Aserbaidschan ist ein autoritäres und daher ein menschenunwürdiges Land, wo man keine Sportwettbewerbe austragen sollte; Zweitens, ein „türkisch-muslimischer“ Aserbaidschaner hat einen „christlichen“ Armenier getötet. Mit anderen Worten sind muslimische Aserbaidschaner, wo in Wirklichkeit viele ethnisch-religiöse Gruppen seit Jahrhunderten friedlich koexistieren, christenfeindlich. Wenn sie ein Politikjournalist sind, dann sollten sie sich gefälligst auf politische Themen konzentrieren und diese nicht mit Sport durchmischen. Es kommt ein schwerer Verdacht auf, dass sie im Auftrag eines Vertreters der armenischen Lobby diesen Artikel verfasst haben. Hoffentlich irren wir uns mit unserer Vermutung, werden das aber ggf. nachprüfen. 

Wir hoffen sehr, dass sie die obengenannten Punkte berücksichtigen und entsprechende Anpassungen in ihrem Beitrag vornehmen werden. Andernfalls, sehen wir uns gezwungen, unseren Kampf für die Gerechtigkeit stärker als bisher fortzusetzen und weitere notwendige Schritte gegen sie wegen der Verleumdung und der gezielten Meinungsmache einleiten. 

Auf eine baldige Rückmeldung würden wir uns freuen!  

Grüße 

Team und Mitglieder von 

Alumniportal Aserbaidschan

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