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Während die ganze Welt in den letzten Wochen von der bedrohlichen Ausbreitung des Coronavirus regelrecht erschüttert wird, wurde gestern, am 31.03.2020 in Bergkarabach, dem völkerrechtswidrig von Armenien besetzten Gebiet Aserbaidschans, die sogenannten “Präsidentschafts- und Parlamentswahlen” abgehalten. Alumniportal Aserbaidschan hat diesbezüglich eine Anfrage an das Auswärtige Amt gestellt. Direktor des deutschen Auswärtigen Amts für Osteuropa, den Kaukasus und Zentralasien, Michael Siebert hat in seiner Antwort auf unsere E-Mail auf seinen Tweet verwiesen, in dem er eine Stellung genommen hat. In der Stellungnahme hieß es:

"Wir erkennen den rechtlichen Rahmen der sogenannten" Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ", die gestern in Berg-Karabach stattfanden, nicht an".

In einem Statement gab Herr Peter Stano, Hauptsprecher der EU für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die unmissverständliche Position der EU bekannt und erklärte diese “Wahlen” für illegal.

Die Bundesabgeordnete Helin Evrim Sommer (Die Linke) kritisierte ebenso die sogenannten Wahlen. Auf ihrem Tweeter-Konto retweetete sie den  Tweeter-Post von Herrn Siebert mit dem folgenden Kommentar:

„Erstaunlich klares Statement! Wobei noch anzumerken ist, dass die Abhaltung dieser sogenannten „Wahlen“ durch das Sezessionsregime in Nagorno-Karabach in Zeiten der Corona-Pandämie auch aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung politisch unverantwortlich ist!“

Im Südkaukasus ist Armenien von der Corona-Pandemie mit Abstand am schlimmsten betroffen (aktuell mehr als 550 bestätigte Fälle). Während alle Länder der Welt mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die schnelle Verbreitung der gefährlichen Krankheit zu verhindern versuchen, wird von der separatistischen Führung in Bergkarabach, wo bis zu 150.000 Menschen leben, trotz aller Warnungen die von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannten “Wahlen” organisiert und das Menschenleben auf diese Weise bewusst auf das Spiel gesetzt.